Für EU-Nutzer nicht eingestuft. Binance ist nicht nach MiCA zugelassen und steht nicht im Register der Krypto-Dienstleister der ESMA, der EU-Wertpapieraufsicht (geprüft im Oktober 2026). Diese Seite beschreibt die Plattform anhand der von Binance veröffentlichten Informationen. Wir stufen Binance für Menschen mit Wohnsitz in der EU weder ein noch empfehlen wir die Börse. Zugelassene Alternativen findest du in unserem MiCA-Lizenz-Tracker (auf Englisch).

Binance ist nach Handelsvolumen die größte Kryptobörse der Welt. Diese Seite erklärt, wie die Börse funktioniert, welche Gebühren Binance veröffentlicht, welche Produkte zum Ökosystem gehören und was der fehlende MiCA-Status für Menschen in der EU bedeutet.
- Ist Binance in der EU verfügbar?
- Allgemeine Informationen
- Auswahl an Kryptowährungen
- Wie die Börse funktioniert
- Gebühren bei Binance
- Einzahlungen und Abhebungen
- Sicherheit der Gelder
- Binance Coin (BNB)
- Binance-Debitkarte: seit Dezember 2023 in Europa nicht mehr erhältlich
- Registrierung bei Binance
- Die Plattform und der Handel mit Kryptowährungen
- Sparen, Staking und Kredite
- Kann man bei Binance CFDs und Forex handeln?
- Alternativen mit MiCA-Zulassung
- Kundensupport
- Was Menschen in der EU wissen sollten
Ist Binance in der EU verfügbar?
Nur eingeschränkt. Binance hat keine Zulassung nach der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA). Laut ESMA endete die Übergangsfrist für bestehende Anbieter EU-weit am 1. Juli 2026. Binance hatte die MiCA-Zulassung in Griechenland beantragt, zog den Antrag aber am 24. Juni 2026 zurück.
- In Frankreich, Italien, Polen und Spanien hat Binance seine Krypto-Dienste ab dem 1. Juli 2026 eingestellt (CoinDesk). Bestehende Kunden dort können in der Regel nur noch verkaufen und abheben.
- Neue Registrierungen aus der EU nimmt Binance nicht mehr an.
- Aus den Niederlanden hat sich Binance bereits 2023 zurückgezogen.
- Die Binance-Karte wird im EWR seit Dezember 2023 nicht mehr angeboten.
Im Interimsregister der ESMA für Krypto-Dienstleister (Stand 2. Oktober 2026) taucht keine Binance-Gesellschaft auf. Für dein Binance-Konto gelten damit auch nicht die MiCA-Regeln zum Schutz von Kundenvermögen und zu Beschwerden. Wer noch ein Konto hat, sollte die Mitteilungen von Binance für sein Land lesen und prüfen, ob das Konto nur noch Abhebungen erlaubt.
Allgemeine Informationen
Binance wurde 2017 von Changpeng Zhao, kurz CZ, gegründet und hat sich schnell zu einer der bekanntesten Kryptobörsen der Welt entwickelt. Über die Plattform lassen sich Kryptowährungen kaufen, verkaufen und tauschen. Gemessen am Handelsvolumen ist Binance die größte Kryptobörse der Welt, hat aber in mehreren Ländern regulatorische Probleme.
Über Desktop und App bietet Binance Marktcharts, Hunderte von Kryptowährungen, verschiedene Ordertypen und in manchen Regionen auch Futures und Optionen. Dazu kommen eine Lernplattform, ein NFT-Marktplatz sowie Launchpool und Launchpad für neue Token-Projekte. Wegen der vielen Funktionen wirkt die Plattform auf Einsteiger oft unübersichtlich.
Auswahl an Kryptowährungen
Laut Binance werden weltweit mehr als 600 Kryptowährungen gehandelt. Welche davon in einem bestimmten Land verfügbar sind, hängt von regionalen Einschränkungen ab. Neben Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) gehören dazu zum Beispiel Binance Coin (BNB), Cardano (ADA), Solana (SOL), Polkadot (DOT), Dogecoin (DOGE), Chainlink (LINK), Litecoin (LTC) und XRP. Als Fiat-Währungen unterstützt Binance unter anderem USD, EUR und GBP.
Wie die Börse funktioniert
Binance ist nicht nur eine Börse, sondern ein ganzes Ökosystem: eine eigene Blockchain (BNB Chain), eine Wallet, eine Plattform für neue Token-Projekte und die Lernplattform Binance Academy. Mit dem hauseigenen Token BNB lassen sich Handelsgebühren bezahlen, was laut Binance einen Rabatt auf die Gebühren bringt. Binance hat außerdem Fan-Tokens von Fußballvereinen wie Lazio und Porto herausgebracht.
Binance gibt es als Website und als mobile App für Android und iOS.
Zwei Oberflächen: Lite und Professional
Binance bietet zwei Ansichten für den Handel an: Lite und Professional. Lite blendet Charts und erweiterte Ordertypen aus und ist für einfache Käufe und Verkäufe zu Marktkursen gedacht. Professional zeigt Charts, Orderbücher und alle Ordertypen und richtet sich an Nutzer, die technische Analyse betreiben wollen.
Gebühren bei Binance
Laut der veröffentlichten Gebührenübersicht von Binance liegt die Standardgebühr im Spothandel bei 0,10 % pro Trade, für Maker und Taker gleichermaßen. Wer die Gebühren in BNB bezahlt, erhält einen Rabatt. Mit höherem 30-Tage-Handelsvolumen und BNB-Bestand sinken die Gebühren über mehrere VIP-Stufen weiter. Die genauen Sätze ändern sich immer wieder; maßgeblich ist die aktuelle Gebührenseite von Binance.
Die Einzahlungsgebühren hängen von Währung und Zahlungsmethode ab. Banküberweisungen sind oft gebührenfrei, für Kartenzahlungen fällt eine Gebühr an. Bei Abhebungen von Kryptowährungen berechnet Binance je nach Coin und Netzwerk eine Netzwerkgebühr und einen Mindestbetrag.
Einzahlungen und Abhebungen
Je nach Land erlaubt Binance Einzahlungen per Kredit- oder Debitkarte, Banküberweisung und Peer-to-Peer-Zahlung. Abheben kannst du Fiat-Geld auf ein Bankkonto oder Kryptowährungen auf eine eigene Wallet oder eine andere Börse. Nicht alle Banken akzeptieren Zahlungen an Kryptobörsen, deshalb lohnt sich vorher eine Nachfrage bei der eigenen Bank.
In EU-Ländern, in denen Binance seine Dienste eingestellt hat, sind für bestehende Kunden in der Regel nur noch Verkäufe und Abhebungen möglich (siehe oben).
Sicherheit der Gelder
Binance wurde in der Vergangenheit gehackt. Laut eigenen Angaben setzt die Börse heute unter anderem auf folgende Maßnahmen:
- Der Großteil der Kundengelder liegt offline in sogenannten Cold Wallets.
- Ein eigener Versicherungsfonds, der aus einem Teil der Handelsgebühren gespeist wird und Verluste durch Hackerangriffe decken soll. Das ist keine Versicherung im rechtlichen Sinn.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) und eine Whitelist für Auszahlungsadressen, mit der sich Abhebungen auf vorher freigegebene Adressen beschränken lassen.
Für Menschen in der EU kommt ein weiterer Punkt hinzu: Ohne MiCA-Zulassung gelten für Binance nicht die EU-Regeln zur Verwahrung von Kundenvermögen.
Binance Coin (BNB)
Binance Coin (BNB) ist die Kryptowährung der Börse. Sie wurde zwischen dem 26. Juni und dem 3. Juli 2017 in einem ICO ausgegeben. In dieser ersten Phase wurden 100.000.000 BNB-Token angeboten, also 50 % des damaligen Gesamtangebots. Der Ausgabepreis betrug 1 ETH für 2.700 BNB oder 1 BTC für 20.000 BNB.
BNB startete als ERC-20-Token auf Ethereum und wurde später auf die eigene Blockchain von Binance übertragen. Das anfängliche Gesamtangebot von 200.000.000 Coins sinkt durch regelmäßige Coin Burns. Innerhalb von Binance dient BNB vor allem dazu, Handelsgebühren mit Rabatt zu bezahlen und an Launchpool und Launchpad teilzunehmen.
Mehr über BNB mit aktuellem Kurs und Chart.
Binance Smart Chain
Mit BNB werden die Transaktionen auf der Binance Smart Chain (heute BNB Chain) bezahlt, einer öffentlichen Blockchain, die mit Ethereum konkurriert. Zu den größten Anwendungen darauf gehören die DeFi-Plattformen PancakeSwap und Venus. Laut dem Q1-Bericht 2021 von DappRadar waren die Transaktionsgebühren zeitweise bis zu 35-mal niedriger als im Ethereum-Netzwerk.
Binance-Debitkarte: seit Dezember 2023 in Europa nicht mehr erhältlich
Binance hat seine Visa-Debitkarte im Europäischen Wirtschaftsraum zum 20. Dezember 2023 eingestellt, weil der Kartenaussteller Contis Financial Services aus Litauen die Karte nicht mehr ausgibt.
Aktuelle Optionen findest du in unserem Überblick über Krypto-Kreditkarten.
Registrierung bei Binance
Neue Registrierungen aus der EU nimmt Binance nicht mehr an. Außerhalb der EU läuft die Kontoeröffnung über E-Mail-Adresse und Passwort, danach verlangt Binance eine Identitätsprüfung (KYC) mit Ausweisdokument und Selfie, bevor Einzahlungen und Handel möglich sind.
Die Plattform und der Handel mit Kryptowährungen
Binance bietet Handelspaare gegen BTC, ETH, BNB, XRP, TRX, DOGE, DOT und Tether sowie Paare gegen Fiat-Währungen. Neben dem Spothandel gibt es je nach Region Margin, Derivate, Peer-to-Peer- und OTC-Handel.
Spothandel
Im Spothandel stehen die beiden oben beschriebenen Oberflächen zur Wahl: “Lite” für einfache Käufe zu Marktkursen und die professionelle Ansicht mit Charts, Orderbuch und verschiedenen Ordertypen.
Margin-Handel
Margin-Handel ist bei Binance für ausgewählte Handelspaare möglich. Nutzer wählen zwischen Cross-Margin, bei dem das gesamte Margin-Guthaben haftet, und Isolated-Margin, bei dem mögliche Verluste auf die einzelne Position begrenzt sind.
Binance Futures und Derivate
Seit 2019 bietet Binance Futures an, mit denen Händler auf steigende oder fallende Kurse von Bitcoin und anderen Kryptowährungen setzen können, ohne die Coins selbst zu kaufen. Hebel vervielfachen dabei Gewinne und Verluste gleichermaßen. Es gibt Kontrakte mit USDT als Sicherheit und sogenannte “Coin Futures”, die mit Kryptowährungen unterlegt sind.
In vielen europäischen Ländern, darunter Deutschland, Italien und die Niederlande, musste Binance den Derivatehandel schon vor MiCA auf Druck der Aufsichtsbehörden einstellen, weil die Börse keine Zulassung für Wertpapierdienstleistungen hatte.
Sparen, Staking und Kredite
Neben dem Handel bietet Binance Produkte an, mit denen Nutzer Erträge auf ungenutzte Guthaben erzielen oder sich Geld leihen können. Ob sie in einem Land verfügbar sind, hängt von der Region ab.
Sparen
Binance-Sparprodukte gibt es als “flexible” Variante mit variablen Zinsen und als “gesperrte” Variante, bei der die Coins für eine feste Laufzeit gebunden sind.
Staking
Beim Staking-Service sperrt Binance die Coins der Nutzer für das Netzwerk und gibt einen Teil der Erträge weiter. Wie beim Sparen gibt es flexible und gebundene Varianten.
Kryptokredite
Über Binance Loans können Nutzer Kredite aufnehmen, etwa in Stablecoins wie USDT oder USDC, und hinterlegen dafür Kryptowährungen wie BTC oder ETH als Sicherheit.
Kann man bei Binance CFDs und Forex handeln?
Nein. Binance bietet keinen klassischen Devisenhandel und keine CFDs an. Stattdessen gibt es den Futures-Markt, auf dem sich Long- und Short-Positionen auf Kryptowährungen eröffnen lassen, in der EU aber nicht.
Alternativen mit MiCA-Zulassung
Wer in der EU wohnt und eine Kryptobörse mit Zulassung sucht, findet im MiCA-Lizenz-Tracker alle Anbieter aus dem ESMA-Register. Zwei davon stellen wir auf ecoinomy ausführlicher vor: eToro, in der EU über eToro (Europe) Ltd in Zypern von der CySEC nach MiCA zugelassen, und Bybit EU, in Österreich von der FMA nach MiCA zugelassen.
Kundensupport
Binance hat ein Hilfe-Center mit einem umfangreichen FAQ-Bereich. Reicht das nicht, kann man eine Chat-Anfrage an den Kundenservice senden und erhält eine Fall-ID. Wegen der großen Zahl an Anfragen kann eine Antwort dauern.
Nach der Einführung der verpflichtenden Identitätsprüfung häuften sich Beschwerden über lange Wartezeiten im Live-Chat und ungelöste Verifizierungsprobleme. Ob das ein vorübergehendes Problem war, ist unklar.
Was Menschen in der EU wissen sollten
Binance ist die größte Kryptobörse der Welt, bietet laut eigenen Angaben über 600 Kryptowährungen und niedrige Handelsgebühren und deckt mit Wallet, Blockchain, Staking und Krediten ein ganzes Ökosystem ab. Die Börse wurde allerdings in der Vergangenheit gehackt und hat keine MiCA-Zulassung. Neue Kunden aus der EU nimmt Binance nicht mehr an, und in mehreren EU-Ländern ist das Konto für bestehende Kunden nur noch eingeschränkt nutzbar.
Unabhängig von der Börse gilt: Wer Kryptowährungen länger hält, bewahrt sie am sichersten in einer eigenen Wallet auf, idealerweise einer Hardware-Wallet. Zum Verkaufen überweist man das Guthaben dann wieder an eine Börse.

